Auf der Suche nach einer Alternative zur Software-Projektverwaltungssoftware Trac landete ich bei Redmine, einer in Ruby bzw. mit Hilfe von Rails geschriebenen Software. Die Features lassen sich sehen – vor allem die Multiprojekt-Unterstützung, Kalender und Gantt-Diagramm, Zeiterfassung und gute Unterstützung für Git sind im Vergleich zur Trac herausragend. Wie sich während der Installation herausstellte, ist auch das Authentifizierungs-Feature für SVN und Git via WebDAV absolut praktisch – über die Rechte der Projektteilnehmer in Redmine wird automatisch auch der Lese- und Schreibzugriff im Versionskontrollsystem gesteuert, die Benutzer müssen also nur an einer Stelle gepflegt werden.
Für alle, die Redmine auch installieren möchten, hier ein paar meiner Erfahrungen. Die Installation erfolgte auf einem System mit Ubuntu 9.10 Server, es wird ein Apache-HTTP-Server und MySQL vorausgesetzt. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Ruby/Rails-Anwendung zu installieren – ich habe mich für die Variante mit Apache und Passenger (mod_rails) entschieden.
Installation von Redmine
Zuerst werden die für Redmine benötigten Pakete installiert.
sudo aptitude install ruby rails rubygems ruby1.8-dev libgemplugin-ruby libgemplugin-ruby1.8 libruby-extras libruby1.8-extras rubygems1.8 rake apache2-threaded-dev libapache-dbi-perl libapache2-mod-perl2 libdigest-sha1-perl libopenssl-ruby build-essential
Hinweis: bei mir wurde die über die Paketverwaltung installierte Version von Rails später nicht erkannt – und generell sollte man Rails möglichst nur auf eine Art und Weise installieren, entweder via Paketverwaltung oder gem. Deshalb sollte “rails” eventuell lieber gleich weggelassen werden.
Dann wird ein virtueller Apache-Host angelegt, dazu wird z.B. das Verzeichnis /var/www/redmine.example.lit/redmine angelegt.
Damit Ruby/Rails-Anwendungen via Apache ausgeführt werden können, wird nun Passenger (“mod_rails”) installiert. Passenger ist auch in den Paketquellen von Ubuntu zu finden, jedoch will apt für die Installation den bei mir installierten apache2-mpm-prefork sowie php5 deinstallieren. Deshalb habe ich mich für die Installation via gem entschieden:
sudo gem install passenger
Nach der Installation muss das Apache-Modul kompiliert werden, die benötigten Pakete sollten alle bereits installiert sein. Um das Modul zu erstellen, wird folgendes ausgeführt:
/var/lib/gems/1.8/bin/passenger-install-apache2-module
Nun wird man durch den Kompiliervorgang des Moduls geführt, eventuell fehlende Abhängigkeiten werden beschrieben und notwendige Schritte erläutert. Danach ist das apache2-Modul kompiliert und muss noch aktiviert werden. Dazu wird die Datei /etc/apache2/mods-available/passenger.load mit folgendem Inhalt angelegt:
LoadModule passenger_module /var/lib/gems/1.8/gems/passenger-2.2.9/ext/apache2/mod_passenger.so
Nun wird noch die Modul-Konfigurationsdatei (/etc/apache2/mods-available/passenger.conf) mit folgendem Inhalt angelegt:
PassengerRoot /var/lib/gems/1.8/gems/passenger-2.2.9
PassengerRuby /usr/bin/ruby1.8(Die Pfade können bei neueren Versionen oder anderen Distributionen abweichen.)
Nun muss das Modul noch aktiviert und Apache neu gestartet werden:
sudo a2enmod passenger /etc/init.d/apache2 restart
Jetzt kann Redmine heruntergeladen werden. Für einfache spätere Updates wird das Auschecken des stable-Branchs via SVN oder git empfohlen. Dann reicht später ein Update über das Versionskontrollsystem zur Aktualisierung.
svn co http://redmine.rubyforge.org/svn/branches/0.9-stable/ /var/www/redmine.example.lit/redmine/
Nach dem Checkout sollte der Besitzer dieses Verzeichnisses und aller Unterordner/Dateien geändert werden. Entweder wird ein eigener Benutzer für Redmine angelegt oder es wird der Benutzer des Webservers (“www-data”) verwendet. Hintergrund: Passenger führt die Anwendung später mit diesem Benutzer aus! Deshalb sollte dies keinesfalls root sein.
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/redmine.example.lit/redmine/
Ich habe mich für MySQL als Datenbank entschieden, es steht aber unter anderem auch SQLite zur Verfügung. Vorbereitend wird nun eine Datenbank (z.B. via phpMyAdmin) erstellt, ggf. mit eigenem DB-Benutzer:
CREATE DATABASE `redmine` DEFAULT CHARACTER SET utf8 COLLATE utf8_general_ci;
Dann muss eine DB-Konfigurationsdatei aus der Beispieldatei erstellt und im Bereich “production” die richtigen DB-Verbindungsdaten angegeben werden:
cd /var/www/redmine.example.lit/redmine/config/ cp database.yml.example database.yml nano database.yml
Anschließend wird der Mailversand konfiguriert:
cd /var/www/redmine.example.lit/redmine/config/ cp email.yml.example email.yml nano email.yml
Dort muss bei Verwendung von sendmail nur folgendes eingetragen werden:
production:
delivery_method: :sendmailBei der verwendeten SVN-Version muss noch ein Session-secret erzeugt werden, dies ist wohl bei den “richtigen Releases” nicht notwendig:
rake generate_session_store
Nun wird die Datenbankstruktur erzeugt und die Standard-Konfiguration in die Datenbank geschrieben. Dazu wird folgendes (im Wurzelverzeichnis der Installation) aufgerufen:
cd /var/www/redmine.example.lit/redmine/ sudo rake db:migrate RAILS_ENV="production" sudo rake redmine:load_default_data RAILS_ENV="production"
Sollte die folgende folgende Fehlermeldung erscheinen:
Missing the Rails 2.3.5 gem. Please `gem install -v=2.3.5 rails`, update your RAILS_GEM_VERSION setting in config/environment.rb for the Rails version you do have installed, or comment out RAILS_GEM_VERSION to use the latest version installed.
oder die folgende:
The bundled mysql.rb driver has been removed from Rails 2.2. Please install the mysql gem and try again: gem install mysql. rake aborted!
muss Rails (wie oben erwähnt) oder der MySQL-Treiber für Rails noch wie beschrieben installiert werden. Außerdem muss ruby-openid installiert sein, damit das OpenID-Feature genutzt werden kann.
sudo gem install -v=2.3.5 rails sudo gem install mysql sudo gem install ruby-openid
Nun kann der virtuelle Apache-Host nach folgendem Muster konfiguriert werden (z.B. /etc/apache2/sites-available/redmine.example.lit):
<virtualhost *:80> ServerName redmine.example.lit DocumentRoot /var/www/redmine.example.lit/redmine/public <directory /var/www/redmine.example.lit/redmine/public> AllowOverride all Options -MultiViews </directory> </virtualhost>
Nach dem Aktivieren des virtuellen Hosts und dem Neuladen der Apache-Konfiguration mittels
sudo a2ensite redmine.example.lit /etc/init.d/apache2 reload
ist Redmine über die entsprechende (Sub-)Domain erreichbar. Nun kann Redmine über die Oberfläche konfiguriert werden. Die Administrator-Zugangsdaten sind admin/admin (und sollten gleich geändert werden).
Einrichten eines öffentlich lesbaren GIT-Repositorys via HTTP/WebDAV mit Redmine als Zugriffskontrolle
Nach dem Anlegen einiger Projekte habe ich für diese ein Git-Repository angelegt. Git wird der Einfachheit halber für die Nutzung via HTTP/WebDAV konfiguriert, auch wenn dies deutlich weniger performant als die anderen zur Verfügung stehenden Varianten ist. Ein weiterer Vorteil ist die Erreichbarkeit auch aus Umgebungen mit restriktiven Firewalls. Außerdem kann so die anfangs erwähnte Authentifizierung via Redmine genutzt werden.
Falls noch nicht vorhanden, muss git installiert werden.
sudo aptitude install git-core
Von einem installierten Apache2 mit mod_dav wird ausgegangen. Zuerst wird – am Besten außerhalb der DocumentRoot – ein Verzeichnis für das Repository angelegt. Danach wird ein git-Repository in diesem Ordner erstellt, das durch die Option –bare nicht mit einer Arbeitskopie in Verbindung steht. Anschließend wird der Benutzer und die Gruppe des Webservers als Eigentümer des Verzeichnisses gesetzt, bei Debian und Ubuntu ist dies “www-data”.
Wichtig ist, dass der Name des Repository-Ordners mit dem existierenden GIT-Projekt-Identifier übereinstimmt, damit Redmine später die Zuordnung gelingt.
cd /var/www/redmine.example.lit/ mkdir git cd git mkdir example-project cd example-project git --bare init cd .. sudo chown -R www-data:www-data example-project
Nun wird die Zugriffskontrolle via Redmine eingerichtet. Dazu wird erst einmal mod_perl, mod_dav und weitere Abhängigkeiten installiert und die erforderlichen Module aktiviert. Redmine stellt zur Authentifizierung ein Perl-Modul bereit.
sudo aptitude install libapache-dbi-perl libapache2-mod-perl2 libdbd-mysql-perl libdigest-sha1-perl sudo a2enmod dav sudo a2enmod dav_fs sudo a2enmod perl
Dann wird das Redmine-Perl-Modul an die richtige Stelle verlinkt:
ln -s /var/www/redmine.example.lit/redmine/extra/svn/Redmine.pm /usr/lib/perl5/Apache/Redmine.pm
Nun muss ein virtueller Apache-Host für den Zugriff konfiguriert werden. Dazu wird z.B. ein neuer virtueller Apache-Host nach folgendem Muster konfiguriert (im unteren Teil den Namen sowie die Zugangsdaten für die Datenbank einsetzen). Das Verzeichnis, das als DocumentRoot angegeben ist, sollte existieren.
<virtualhost *:80> ServerName code.example.lit DocumentRoot /var/www/redmine.example.lit/code PerlLoadModule Apache::Redmine Alias /git /var/www/redmine.example.lit/git <location /git> DAV on AuthType Basic Require valid-user AuthName "Git" Options +Indexes -ExecCGI -Includes PerlAccessHandler Apache::Authn::Redmine::access_handler PerlAuthenHandler Apache::Authn::Redmine::authen_handler RedmineDSN "DBI:mysql:database=redmine;host=localhost" RedmineDbUser "username" RedmineDbPass "password" </location> </virtualhost>
Anschließend ist das Git-Repository des Projekts “example-project” – jedenfalls laut Beispielkonfiguration – unter code.example.lit/git/example-project erreichbar. Falls das Projekt in Redmine auf “öffentlich” geschaltet ist, kann jeder auf dieses Repository lesend zugreifen. Schreibzugriffe haben alle Redmine-Benutzer, die dem Projekt als Mitglied zugeordnet sind.
Damit der Repository-Browser von Redmine das Repository findet, kann es eventuell nötig sein, in der Projektkonfiguration für das Repository “Git” auszuwählen und den (lokalen!) Pfad anzugeben, z.B. /var/www/redmine.example.lit/git/example-project
Sollte beim Anzeigen des Repositories in Redmine ein Fehler auftreten, kann dies daran liegen, dass es noch keinen Commit gab.
Weiterführende Hinweise finden sich auf folgenden Seiten:
- http://www.redmine.org/wiki/redmine/RedmineInstall
- http://www.modrails.com/documentation/Users%20guide.html
- http://wiki.ousli.org/index.php/RedmineUbuntu
- http://www.redmine.org/wiki/redmine/HowTo_Install_Redmine_in_Ubuntu
- https://help.ubuntu.com/community/RubyOnRails
- http://www.railsgarden.com/2008/04/12/configurating-passenger-mod_rails-on-slicehost-with-ubuntu-710/
- http://library.linode.com/development/project-management/redmine/ubuntu-9.10.txt
- http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/docs/howto/setup-git-server-over-http.txt
- http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/docs/user-manual.html#setting-up-a-public-repository
- http://www.redmine.org/wiki/1/Repositories_access_control_with_apache_mod_dav_svn_and_mod_perl
- http://www.redmine.org/wiki/redmine/RedmineRepositories
- http://www.simonecarletti.com/blog/2009/07/configuring-git-repository-with-redmine/

Auf dem Palm Pre können neben den offiziellen Anwendungen über den App Catalog auch inoffizielle Anwendungen (sogenannte “Homebrew Apps”), Patches und Themes installiert werden. Für diesen Zweck ist
Ich bin Web-Entwickler in einer Mannheimer Agentur. In meinem