Journal

Artikel-Schlagworte: „2.0“

Location-based services

Location-based services (LBS) sind (derzeit meist mobile) Dienste, die den Standort des Users verwenden und Informationen mit diesen Standort-Informationen anreichern bzw. Informationen über und um diesen Standort anzeigen. Dies soll ein kleiner, unvollständiger Überblick sein.

Diese Anwendungen sind an sich nichts neues, dank geeigneteren und benutzerfreundlicheren Ortungs-Methoden erfahren sie aber erst in den letzten Monaten einen starken Zuwachs. Moderne Smartphones haben mittlerweile Techniken an Bord, um innerhalb weniger Sekunden die Position des Gerätes ziemlich genau zu bestimmen (GPS, A-GPS, GSM- und WLAN-Ortung).
Auch in Web-Browsern hält das Thema langsam Einzug – Firefox ab Version 3.5, Chrome ab Version 5, Opera ab Version 10.6 sowie der iPhone-Safari-Browser unterstützen die Lokalisierung. Dafür zuständig ist eine vom W3C herausgegebene Spezifikation – die Browser-Ortung ist allerdings meist noch recht ungenau, da der Benutzer via WLAN-Accesspoints in der Umgebung und Geo-IP geortet wird.

Mittlerweile wächst der Markt an Geo-sensitiven Anwendungen stark – und ihm wird in naher Zukunft ein weiterhin starkes Wachstum zugesagt. Ortsbezogene Social Networks wie Gowalla, Foursquare und Brightkite ermöglichen es, an Orten “einzuchecken” und zu erfahren, wo sich Freunde gerade aufhalten – und verbinden dies teils mit einem spielerischen Effekt. Auch die anderen Dienste im Social web ziehen nach – Microblogging-Dienste wie identi.ca und Twitter speichern auf Wunsch den aktuellen Ort zusammen mit “Tweets”. Facebook startete gerade vor zwei Tagen seinen neuen Dienst “Places”, bei dem bereits die Dienste Foursquare, Gowalla, Yelp und MyTown mehr oder weniger eng mit eingebunden sind. Wikipedia-Artikel beinhalten bereits seit einiger Zeit Koordinaten von Orten, mit Positionsdaten angereicherte Fotos erlauben zusätzliche Funktionen bei Foto-Communities wie Flickr und Picasa.
Um Positionsdaten zu visualisieren, sind Dienste wie OpenStreetMap und Google Maps nützlich – sie bieten eine mehr- oder weniger vollständige Karte der Erde und erlauben beispielsweise über APIs, die Kartenansichten mit weiteren Informationen angereichert darzustellen – Marker, Fotos auf einer Landkarte und vieles mehr.

Was macht diesen Markt so interessant? Zum einen sind natürlich interessante Anwendungen möglich – mit einer entsprechenden Anwendung kann man sich den nächsten Geldautomaten, das nächste Café oder eine gute Bar um die Ecke anzeigen. Man kann sehen, an welchen Orten sich Freunde kürzlich aufgehalten haben oder selbst interessante Orte “markieren”, um sie später wiederzufinden.
Aber auch für Marketing-Zwecke eignen sich ortsbezogene Dienste. Sie werden außerdem für kleinere, lokale Betriebe interessant. Werbung auf Online-Plattformen kann gezielt Nutzer in der Nähe ansprechen. Ein Café kann an alle User eines LBS im näheren Umkreis Informationen über eine Rabatt-Aktion verteilen, um Gäste anzulocken. Events können Menschen in der Nähe einfach bekannt gemacht werden. Interessante Marketing-Aktionen, wie sie beispielsweise Opel durchgeführt hat, werden möglich. Bars in den USA versprechen Foursquare-Usern, die in einem Monat am Häufigsten “eingecheckt” haben, Freibier. Gap gibt Kunden für Check-ins 25% Rabatt.

Bei all diesen Diensten, die es bereits gibt und in Zukunft immer häufiger geben wird, sollte man nie vergessen: die eigene Position ist eine sensible Information – die man nur mit Bedacht verwenden sollte. Vor allem dann, wenn sie für jedermann sichtbar im Netz zu finden ist und auf geschlossenen Plattformen wie Facebook auf ewig gespeichert sein wird.

Zu empfehlen sind noch drei Podcasts von Vorträgen auf der SXSW 2010:

Spiegel online im 21. Jahrhundert angekommen: RSS-Feed mit Teaser und Bildern

Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Tag kommt. Seit einigen Monaten habe ich den SpOn-Newsfeed nur noch punktuell gelesen, zu einem nicht unbedeutenden Teil aus dem Grund, weil dort nur die Schlagzeile selbst, nicht aber eine Zusammenfassung der Meldung oder gar Bilder per RSS übertragen wurden. So muss jeder Leser entweder aus seinem Feedreader den Artikel aufrufen, um mehr zu erfahren oder aber darauf verzichten. Das bringt zwar vielleicht teilweise mehr Page Impressions, einige suchen sich aber auch ganz andere Nachrichtenquellen – denn ordentliche RSS-Feeds sind mittlerweile Standard.
Seit heute (?) ist das anders: nicht nur der Teaser zur Meldung, nein, auch ein Bild ist im Feed zu sehen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch heise online…

Was ist Web 2.0? Videotipp

Professor Michael Wesch von der Kansas State University hat ein ziemlich gutes Video, “Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us“, auf YouTube veröffentlicht. Sehenswert!

Lesestoff

Hier sind einige interessante Dinge zum Lesen.

  • Ein Interview mit Prof. Veruschka Götz zum Thema Web: “Immer noch hoppeln wir mit unseren motorisierten Kutschen durchs Netz” – ich stimme nicht ganz mit ihr überein, dennoch ein sehr interessanter Artikel. Und mit einem Kommentar von Erik Spiekermann. Eine Ehre, sozusagen.
    Den Artikel gibt’s im Buenalog.
  • Webdesign und Typografie beleuchtet der Artikel “Web Design is 95% Typography”. Zu finden bei den Information Architects.
  • Und zu guter Letzt: Formulardesign im Web. Eine kleine Galerie, die zeigt, wie gut man es machen kann – und wie wichtig (gute) Formulare (geworden) sind. Im smashing magazine.

Google Maps API: InfoWindow und Zeilenumbrüche

Ein wenig mit der Google Maps API ‘rumgespielt. Schöne Sache – aber wie erzeugt man in den InfoWindows (den weissen InfoBubbles) Zeilenumbrüche? Keine der Standard-Varianten funktioniert…

Nach langer Suche gefunden (die kleinen Probleme halten doch immer am meisten auf…):

map.openInfoWindowHtml(map.getCenter(), 'zeile1<br />zeile2');

ist die Lösung: openInfoWindowHtml öffnet ein InfoWindow, in dem man HTML verwenden kann. In der (recht kurzen) offiziellen Dokumentation war das leider nicht so direkt zu finden. Mit dem ersten Parameter wird die Position des InfoWindows festgelegt, der zweite Parameter legt den Text fest, der in das InfoWindow soll – und man kann eben auch HTML verwenden.

Übrigens auch sehr schön: tabbed info windows. Mehr dazu in der offiziellen Dokumentation.